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Aus für Tegut: Migros Zürich zieht sich aus Deutschland zurück

Die Migros Zürich trennt sich von Tegut. Foto Marks
Die Migros Zürich trennt sich von Tegut. Foto Marks

Die Entscheidung fiel schneller und drastischer als viele Branchenbeobachter erwartet hatten: Die Genossenschaft Migros Zürich stellt das Kapitel Tegut nach mehr als einem Jahrzehnt ein und verkauft große Teile der Supermarktkette an Edeka. Damit endet ein Expansionsprojekt, das einst mit hohen Erwartungen gestartet war – und nun mit erheblichen Verlusten schließt, das berichten Schweizer Medien.

Wie Migros mitteilt, übernimmt Edeka einen wesentlichen Teil des Filialnetzes, darunter zahlreiche der rund 300 Standorte sowie das Logistikzentrum im hessischen Michelsrombach, die Herzberger-Bäckerei und sogar die Betreiberfirma der Teo-Smartstores. Parallel verhandelt Migros noch mit weiteren Handelsketten über die Zukunft der restlichen Märkte. Der Markenname „Tegut“ wird nach Angaben der GMZ künftig nicht weitergeführt – ein Symbol für das endgültige Ende der traditionsreichen Kette. 

Der Rückzug ist das Ergebnis einer umfassenden strategischen Neubewertung. Trotz harter Sparmaßnahmen sei das Marktumfeld in Deutschland zunehmend schwieriger geworden, heißt es aus Zürich. Die Umsätze stagnierten oder sanken, während Tegut mit seiner aufwendigen Bio-Positionierung und seiner vergleichsweise kleinen Struktur langfristig nicht wettbewerbsfähig gewesen sei. Eine Analyse habe klar gezeigt, dass unter den aktuellen Bedingungen keine wirtschaftlich tragfähige Zukunft mehr möglich ist. 

Für die Mitarbeitenden ist die Nachricht ein schwerer Schlag: Rund 7.400 Beschäftigte in etwa 340 Filialen sind betroffen. Zwar betont Migros, dass die Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze im Mittelpunkt der Verkaufsverhandlungen stehe – doch Gewissheit gibt es erst nach der Prüfung durch das Bundeskartellamt, das dem Deal noch zustimmen muss. 

Finanziell markiert der Rückzug das Ende eines kostspieligen Experiments. Insgesamt belaufen sich die Verluste der Migros-Gruppe mit Tegut auf bis zu 600 Millionen Euro – ein drastisches Ergebnis für eine Expansion, die einst als strategische Chance galt, nun jedoch als Fehlinvestition in die Unternehmensgeschichte eingeht. 

Mit dem nun eingeleiteten Verkauf zieht Migros Zürich einen endgültigen Schlussstrich. Für die betroffenen Regionen und Mitarbeitenden beginnt eine Phase der Unsicherheit – für den deutschen Lebensmittelhandel hingegen eine Phase der Neuordnung, in der große Player wie Edeka und Rewe ihre Position weiter stärken könnten.