Göttingen.Gesänge, Luftballons und lauter Jubel im Forum Wissen: Bei der Wahlparty der Grünen wird Onyeka Oshionwu (34) am Sonntagabend als künftige Oberbürgermeisterin von Göttingen gefeiert. Nach dem Zwischenstand von 19.27 Uhr liegt sie bei 143 von 151 ausgezählten Ergebnissen mit 61,99 Prozent deutlich vor ihrem CDU-Konkurrenten Ehsan Kangarani mit 38,01 Prozent. Bereits zuvor hatte auch der NDR einen klaren Vorsprung Oshionwus gemeldet.

Als die Dimension des Ergebnisses immer deutlicher wird, bricht im Forum Wissen Jubel aus. Es wird gesungen, Luftballons schweben durch den Raum. Die Göttinger Grünen-Landtagsabgeordnete Marie Kollenrott ruft in die Menge: „Hipp, hipp, hurra! Kollenrott vertritt den Wahlkreis Göttingen-Stadt im Niedersächsischen Landtag.
Oshionwu selbst bedankt sich in ihrer ersten Ansprache mehrfach bei den Wählerinnen und Wählern. Sie dankt allen, die ihr ihre Stimme und ihr Vertrauen gegeben haben: „Danke, danke, danke, danke.“ Ihr Wahlerfolg, macht sie deutlich, sei das Ergebnis vieler Begegnungen und Gespräche in der Stadt. Der Anspruch, dass Göttingen mehr könne, basiere nicht allein auf ihren Vorstellungen, sondern auf den Ideen vieler Menschen.
Besonderen Dank richtet sie an ihr Wahlkampfteam. In den vergangenen Wochen seien unzählige Flyer verteilt, Haustüren abgeklappert und Infostände betreut worden. Selbst zusätzliche Aktionen seien noch kurz vor der Stichwahl organisiert worden. Ein kleines Konzert am Freitag nennt Oshionwu noch einmal als besonderes Highlight.
Auch die Begegnungen mit Menschen während des Wahlkampfs seien für sie prägend gewesen. Besonders gefreut habe sie, wenn Menschen neu für Politik und demokratische Beteiligung begeistert werden konnten. Dabei erinnerte sie auch an die Begegnung mit einer Zweitklässlerin, deren Interesse an Demokratie sie besonders berührt habe. In ihrer Rede formuliert Oshionwu zugleich einen Anspruch für ihre kommende Amtszeit: „Ich bin gerade auch in den letzten Wochen mit dem Anspruch reingegangen, Oberbürgermeisterin für alle zu sein. Und das möchte ich in Zukunft auch sein. Auch Oberbürgermeisterin für die, die mich heute nicht gewählt haben.“ Sie bedankt sich zudem bei ihren politischen Konkurrenten für einen aus ihrer Sicht fairen Wahlkampf. Neben Kangarani nennt sie auch die im ersten Wahlgang ausgeschiedenen Kandidaten Florian Dinger von der SPD und Thomas Eilt Goes von der Linken. Im ersten Wahlgang hatte Oshionwu 41,4 Prozent erreicht, Kangarani 27,9 Prozent, Dinger 21,6 Prozent und Goes 9,1 Prozent.
Zum Schluss gilt ihr Dank noch einmal ihrer Familie und ihren Unterstützerinnen und Unterstützern. Dann richtet sich der Blick auf das, was nach dem Wahlkampf kommt. Oshionwu hebt ihr Glas und widmet den Moment der Stadt: „Auf unsere wunderschöne Stadt Göttingen.“
Zum Zeitpunkt des Zwischenstands waren noch acht der 151 Ergebnisse offen; das amtliche Endergebnis stand damit noch aus. Der Vorsprung Oshionwus bestimmte im Forum Wissen jedoch bereits eindeutig den Abend.