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Ermittlungsverfahren gegen Ehsan Kangarani eingestellt

Vollständig rehabilitiert: Der Kandidat der CDU für die Oberbürgermeisterwahl in der Stadt Göttingen Dr. Ehsan Kangarani. Foto: CDU
Vollständig rehabilitiert: Der Kandidat der CDU für die Oberbürgermeisterwahl in der Stadt Göttingen Dr. Ehsan Kangarani. Foto: CDU

Göttingen. – Nach rund einem Jahr ist das Ermittlungsverfahren gegen den Göttinger Oberstaatsanwalt und CDU-Oberbürgermeisterkandidaten Dr. Ehsan Kangarani eingestellt worden. Damit endet ein juristisch wie politisch brisanter Fall, der seit 2025 die niedersächsische Justiz und die Kommunalpolitik in Göttingen beschäftigt hatte. 

Vorwürfe ohne Bestand

Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Sonntag, 25. Mai 2026, die Einstellung des Verfahrens. Zuvor hatte die Göttinger CDU-Landtagsabgeordnete Carina Hermann öffentlich gemacht, dass die Ermittlungen „endgültig eingestellt“ worden seien. Kangarani war wegen des Verdachts des Verrats von Dienstgeheimnissen ins Visier der Ermittler geraten. Grundlage waren Aussagen eines Autohändlers, der behauptet hatte, der Jurist habe ihn vor einer Durchsuchung gewarnt.  Im Laufe des Verfahrens stellte sich jedoch heraus, dass die Vorwürfe auf einer äußerst dünnen Beweislage beruhten. Der zentrale Belastungszeuge räumte später selbst ein, falsche Angaben gemacht zu haben.   

Ermittlungen zogen sich über Monate

Trotz der bereits im Herbst 2025 erkennbaren Entlastung zog sich das Verfahren noch über Monate hin. Innerhalb der CDU stieß diese Dauer auf scharfe Kritik. Hermann sprach von einem Verstoß gegen das rechtsstaatliche Beschleunigungsgebot und äußerte Unverständnis über die Verzögerungen. Auch Kangaranis Verteidigung hatte früh von einer „Gerüchtelage“ gesprochen und die Beweisführung als unzureichend bezeichnet.  

„Tatverdacht restlos ausgeräumt“

Aus dem politischen Umfeld der CDU heißt es, die Entscheidung bestätige die von Anfang an vertretene Auffassung, dass die Vorwürfe haltlos gewesen seien. Kein Verständnis hat die Landtagsabgeordnete und Juristin Carina Hermann dafür, dass die Einstellung so lange dauerte. Umso irritierender sei es, dass sich die formale Einstellung des Verfahrens entgegen des rechtsstaatlichen Beschleunigungsgebotes und trotz der offenkundig fehlenden Grundlage für die Vorwürfe dann noch über Monate hingezogen habe, so Hermann.  Auch aus der CDU vor Ort kommen ähnliche Töne. Parteivertreter betonen, man habe von Beginn an daran geglaubt, dass sich die Vorwürfe als haltlos erweisen würden. Die lange Dauer der Ermittlungen habe jedoch „erheblichen Schaden“ für die persönliche und politische Reputation Kangaranis verursacht. Der Verteidiger des Oberstaatsanwalts geht noch weiter. Er sieht in dem Verfahren ein Beispiel dafür, wie schnell einzelne, nicht ausreichend belegte Aussagen gravierende Konsequenzen haben können. Bereits früh sei die Beweislage dünn gewesen, vielmehr habe es sich um eine „Gerüchtelage“ gehandelt, die dennoch umfangreiche Ermittlungsmaßnahmen nach sich gezogen habe.  

Für Kangarani selbst ist die Entscheidung vor allem eine Rehabilitation. Unterstützer sehen sich bestätigt und sprechen von einer vollständigen Entlastung. Kritiker der Verfahrensdauer fordern nun eine Aufarbeitung des Ablaufs – nicht zuletzt, um vergleichbare Fälle künftig schneller und transparenter zu klären.