Nach der Kommunalwahl in Hessen: Der alte und neue Bürgermeister in Sontra heißt Thomas Eckhardt. Da Eckhardt als einziger Kandidat angetreten war, konnten die Wähler mit „Ja“ oder „Nein“ stimmen. Das Ergebnis ist ein massiver Vertrauensbeweis: Von den 20 ausgezählten Wahlbezirken entfielen 85,72 % der Ja-Stimmen auf den Amtsinhaber. Lediglich 14,28 % der Wählerinnen und Wähler votierten gegen eine weitere Amtszeit. Mit diesem deutlichen Rückhalt startet Eckhardt nun in seine nächste Periode an der Spitze der Stadtverwaltung. Wir trafen den Rathauschef zum Interview:
Herr Eckhardt, 85,72 % der Wähler haben für Sie gestimmt. Wie bewerten Sie dieses Ergebnis?
Ich bin außerordentlich dankbar für das sehr gute Wahlergebnis und das Vertrauen, das mir die Bürgerinnen und Bürger von Sontra erneut entgegengebracht haben. Dieses Ergebnis ist für mich nicht selbstverständlich, sondern ein starkes Zeichen der Anerkennung für die gemeinsame Arbeit der vergangenen Jahre. Mein besonderer Dank gilt daher allen, die sich mit Engagement, Ideen und kritischer Begleitung in die Entwicklung unserer Stadt in den letzten fast 12 Jahren eingebracht haben. Die Wiederwahl ist für mich aus diesem Grund nicht nur eine Bestätigung, sondern vor allem ein Auftrag: weiterhin verantwortungsvoll, transparent und mit vollem Einsatz für die Zukunft Sontras zu arbeiten. Das mir mit diesem Ergebnis ausgesprochene Vertrauen ist für mich Motivation, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen, neue Projekte anzustoßen und unsere Stadt gemeinsam weiter positiv zu gestalten. Dabei ist mir der offene Dialog mit den Menschen vor Ort besonders wichtig – denn nur zusammen können wir Sontra lebenswert und zukunftsfähig halten.
Sie gehen nun in Ihre dritte Amtszeit. Viele Bürgermeister klagen nach so langer Zeit über eine gewisse „Amtsmüdigkeit“. Woher nehmen Sie die Energie für die kommenden sechs Jahre?
Wer mich kennt, weiß, dass ich nie der Typ war und bin, der die Hände in den Schoß legt, um sich auf Erreichtem auszuruhen. Stillstand ist Rückschritt – das ist mein klares Kredo. Und auch mein persönliches Lebensmotto lautet: „sollte, hätte, könnte, würde – MACHEN!“
Genau aus diesem Grund werde ich mich – gemeinsam mit vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern an meiner Seite – auch weiterhin mit vollem Einsatz für unsere Stadt starkmachen. Mit 100 % Engagement, an sieben Tagen in der Woche und mit dem festen Willen, die Zukunft Sontras jeden Tag ein Stück besser zu gestalten. Denn mein Anspruch war und ist klar: Sontra nicht nur zu verwalten, sondern stets aktiv zu gestalten.
Sie haben Sontra als „Klimakommune“ positioniert. Welche konkreten ökologischen Projekte stehen in der neuen Amtsperiode ganz oben auf der Agenda?
Sontra ist bereits heute eine aktive Klimakommune und eine 100 % Erneuerbare-Energien-Kommune. Dieses Ziel haben wir auf Grundlage unseres Energiewendekonzeptes gemeinsam mit der EAM sowie unseres Klimaanpassungskonzeptes konsequent verfolgt und mit Leben gefüllt. Dabei war es uns besonders wichtig, alle Generationen einzubeziehen: vom Kindergarten über die Schulen bis hin zu unseren Gewerbebetrieben. Gemeinsam haben wir zahlreiche Projekte und Veranstaltungen initiiert und sogar einen eigenen Imagefilm zum Thema Nachhaltigkeit realisiert. Auf diesem starken Fundament werden wir weiterhin aufbauen und den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen. Unser Ziel ist es, Klimaschutz nachhaltig zu verankern und weiter auszubauen. Dazu gehören auch große Zukunftsprojekte wie die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie sowie die energetische Sanierung unserer öffentlichen Gebäude – insbesondere der Austausch alter Heizungsanlagen. Wo immer es wirtschaftlich sinnvoll ist, streben wir dabei Energieautarkie an. Darüber hinaus arbeiten wir weiter an der Energiezukunft Sontras: In bestehenden Vorranggebieten laufen Planungen für die Errichtung von zwei bis drei neuen Windkraftanlagen. Parallel dazu werden entlang der Trasse der A44 Freiflächen-Photovoltaikanlagen entwickelt, die wir nach Möglichkeit zur Umsetzung bringen wollen. All diese Maßnahmen zeigen: Wir gestalten aktiv die nachhaltige Zukunft unserer Stadt – konsequent, verantwortungsvoll und gemeinsam.
Ein wichtiges Thema ist das interkommunale Gesundheitszentrum (iGVZ). Die Räume sind belegt – ist die medizinische Versorgung in Sontra damit langfristig gesichert?
Das iGVZ in Sontra hat sich zu einem echten Erfolgsmodell entwickelt. Unter einem Dach sind heute zahlreiche Gesundheitsanbieter vereint – von Fachärzten über Allgemeinmediziner bis hin zu einer Apotheke, einem Sanitätshaus, einem Pflegedienst und einer Physiotherapiepraxis. Dieses gebündelte Angebot stärkt die medizinische Versorgung vor Ort nachhaltig und macht Wege für die Menschen in unserer Region deutlich einfacher. Darüber hinaus ist es uns gelungen, nicht nur in Sontra, sondern auch in Herleshausen und Nentershausen neue Allgemeinmediziner anzusiedeln. Damit haben wir unsere Gesundheitsregion aktiv weiterentwickelt – und das aus kommunaler Verantwortung heraus, auch wenn dies keine klassische Pflichtaufgabe ist. Auf diesem starken Fundament werden wir weiter aufbauen. Denn die Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung ist und bleibt eine Daueraufgabe. Die Nachbesetzung von Praxen wird daher auch künftig ein zentraler Schwerpunkt unserer Arbeit sein. Gleichzeitig wollen wir mit den interkommunalen Gesundheitstagen unser „Fachwerk Gesundheit“ weiter stärken, bestehende Akteure sichtbar machen und neue Partner gewinnen. Unser Ziel ist es, das Netzwerk erlebbar zu gestalten und die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren. Für mich ist klar: Das Thema Gesundheit ist seit Beginn meiner Amtszeit Chefsache – und wird es auch in Zukunft bleiben.
Die Stadtverwaltung steckt mitten im digitalen Transformationsprozess. Wo wird der Bürger in drei Jahren den Unterschied merken, wenn er „aufs Amt“ muss?
Der wesentliche Unterschied zu heute, wo bereits schon jetzt zahlreiche Dienstleistungen online/digital nutzbar sind, wird darin bestehen, dass die Bürgerinnen und Bürger nur noch ganz selten „aufs Amt“ müssen, weil ihnen die Dienstleistungen bereits möglichst online und damit digital zur Verfügung stehen. Daher befinden wir uns in zahlreichen Umsetzungsprojekten und dies interkommunal mit den Kommunen im Werra-Meissner-Kreis.
Welches sind weitere aktuelle Projekte, die Sie voranbringen wollen?
Wichtige Projekte der Zukunft sind unter anderem die Sanierung bzw. der Umbau der alten Regenbogenschule zu einem Mehrgenerationenprojekt, die Sanierung der Wasser- und Abwasserleitungen, die Erneuerung der Infrastruktur (Straßen und Gehwege), die Innenstadtsanierung sowie der Bau von Feuerwehrgerätehäusern im Pfaffenbachtal sowie in Sontra. Teils Millionenprojekte, die gut durchdacht und vor allem im Hinblick auf die finanziellen Belastungen strategisch gut und zeitnah umgesetzt werden müssen.
Wenn wir am Ende Ihrer neuen Amtszeit im Jahr 2032 hier wieder sitzen: Was soll sich in Sontra so verändert haben, dass die Menschen sagen: „Gut, dass wir ihn damals wiedergewählt haben“?
Weil wir alle Sontra bis ins Jahr 2032 stetig und gezielt durch zukunftsweisende Projekte weiterentwickeln, um als familienfreundliche und zukunftsorientierte Stadt im Werra-Meißner-Kreis wahrgenommen zu werden. Der Fokus Sontras liegt dabei schon jetzt und auch in Zukunft auf der Lebensqualität, moderner Infrastruktur für Kinder und der Schaffung lokaler Arbeitsplätze. Weil uns dies gemeinsam mit vielen Akteuren gelingen wird, werden wir viele neue Arbeitsplätze im Gewebegebiet Husarenpark verzeichnen und es besteht eine hohe Nachfrage nach Flächen im gerade neu entwickelten Gewerbebiet mit einer Fläche von 250.000m² in der Mitte Deutschlands an der dann fertiggestellten A44. Diese positive Entwicklung wird dazu beitragen, sowohl eine stabile und wachsende Bevölkerungsentwicklung zu fördern als auch die finanzielle Leistungsfähigkeit unserer Stadt nachhaltig zu sichern. Darüber hinaus bleibt unsere Gesundheitslandschaft stark und verlässlich, während wir gleichzeitig unsere Innenstadt weiter attraktiv gestalten. Die Bürgerinnen und Bürger werden und dies ist mein Wunsch im Jahr 2032 mit Stolz auf das Erreichte in Sontra zurückblicken – auf eine Stadt, die Tradition und Fortschritt erfolgreich miteinander verbindet.