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Neun Tage Kunst in alten Mauern: DKKD kehrt nach Hann. Münden zurück

Kunst trifft auf Geschichte: Bei DenkmalKunst – KunstDenkmal werden vom 3. bis 11. Oktober zahlreiche historische Gebäude, Höfe und besondere Orte in Hann. Mündens Altstadt zu Ausstellungsräumen und Bühnen.
Kunst trifft auf Geschichte: Bei DenkmalKunst – KunstDenkmal werden vom 3. bis 11. Oktober zahlreiche historische Gebäude, Höfe und besondere Orte in Hann. Mündens Altstadt zu Ausstellungsräumen und Bühnen.

DenkmalKunst – KunstDenkmal ist zurück: Vom 3. bis 11. Oktober 2026 wird Hann. Mündens Altstadt mit Kunst, Musik, Theater und mehr als 40 Veranstaltungen zur großen Kulturmeile.

Nach vier Jahren Pause wird Hann. Münden wieder zur großen Bühne für Kunst und Kultur: Vom 3. bis 11. Oktober verwandelt DenkmalKunst – KunstDenkmal historische Häuser, Kirchen, Keller und Höfe in Ausstellungsräume und Spielstätten. Rund 100 Kunst- und Kulturschaffende sowie mehr als 40 Bühnenprogramme machen die Altstadt neun Tage lang zum Festivalgelände.

Noch sind es wenige Tage, dann öffnen sich in der Hann. Mündener Altstadt wieder Türen, hinter die Besucher im Alltag kaum einen Blick werfen können. Am Samstag, 3. Oktober, beginnt die achte Ausgabe des Festivals DenkmalKunst – KunstDenkmal, kurz DKKD. Bis Sonntag, 11. Oktober, treffen zeitgenössische Kunst, historische Bausubstanz, Musik, Theater, Literatur und zahlreiche Mitmachangebote aufeinander. Das Motto bringt die Idee des Festivals auf den Punkt: „Alte Wände – neue Kunst“.

Statt Werke in neutralen Galerieräumen zu präsentieren, werden Häuser, Kirchen, Türme, Keller, Höfe und andere historische Orte selbst Teil der Inszenierung. Malerei und Grafik treffen auf jahrhundertealtes Fachwerk, Installationen verändern Räume, Fotografien stehen im Dialog mit historischen Mauern und Skulpturen tauchen an ungewöhnlichen Stellen in der Stadt auf. Selbst Plätze, Mauern und die Lage Hann. Mündens an drei Flüssen werden in das Konzept einbezogen. Die Veranstalter sprechen für 2026 von rund 100 Künstlerinnen, Künstlern und Kulturschaffenden aus der Region, aus Deutschland und darüber hinaus.


Ein Festival mit besonderer Geschichte

Dass historische Gebäude bei DKKD nicht nur Kulisse sind, gehört zur Grundidee des Festivals. Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 2007 zurück. Damals entstand DenkmalKunst – KunstDenkmal aus einer Protestaktion gegen den Abriss historischer Bausubstanz in der Mündener Altstadt. Die Initiatoren Uta von Schenck und Bernd Demandt wollten leerstehende Gebäude mit Kunst wieder ins öffentliche Bewusstsein rücken und damit zeigen, welches Potenzial hinter vermeintlich vergessenen Häusern steckt.

Der Ansatz hatte Folgen über die Festivalwochen hinaus. Nach Angaben des Vereins fanden im Umfeld der bisherigen Festivals mehr als 20 Häuser neue Eigentümer und wurden beziehungsweise werden denkmalgerecht saniert. Außerdem entstanden in den folgenden Jahren Initiativen wie die Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt. Das Festival wurde zudem bereits 2009 beim niedersächsischen Wettbewerb „Ab in die Mitte“ und 2012 beim Bundeswettbewerb „Stadt bauen. Stadt leben“ ausgezeichnet.

2026 findet DKKD zum achten Mal statt. Die jüngste Ausgabe liegt inzwischen vier Jahre zurück: Beim Festival 2022 waren mehr als 135 überregionale und internationale Künstlerinnen und Künstler beteiligt. Auch diesmal soll wieder ein erheblicher Teil des Festivals von Ehrenamtlichen getragen werden. Mehr als 200 Helferinnen und Helfer waren bereits bei früheren Ausgaben im Einsatz.


Eine ganze Altstadt wird zum Ausstellungsraum

Zu den besonders markanten Orten gehört diesmal das Sonnenuhrenhaus in der Langen Straße 20. Das große Renaissance-Fachwerkhaus steht derzeit leer und verdeutlicht damit nahezu idealtypisch, worum es DKKD ursprünglich ging: historische Bausubstanz sichtbar zu machen, die im Alltag leicht übersehen wird. Auch der sogenannte Silberfuchs in der Langen Straße, Kirchen und weitere Gebäude werden während des Festivals zu Kunstorten.

Die Kunstausstellungen sind vom 3. bis 10. Oktober jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Am letzten Festivaltag, Sonntag, 11. Oktober, können die Ausstellungen von 11 bis 16 Uhr besucht werden. Die beteiligten Gebäude sind durch DKKD-Flaggen gekennzeichnet. Wer sein Ticket am Infopoint auf dem Kirchplatz oder im Servicepoint im Geschwister-Scholl-Haus gegen ein Festivalbändchen tauscht, soll damit an den Kunstorten schneller eingelassen werden.

Neben dem Betrachten spielt auch das Mitmachen eine größere Rolle. Vorgesehen sind unter anderem experimentelle Druckkunst, Malaktionen, Filzen, Graffiti, mittelalterliche Kalligrafie und ein sogenanntes Night-Drawing mit leuchtenden Neon- und Fluoreszenzfarben im Schwarzlicht. Im Sonnenuhrenhaus soll beispielsweise während des Festivals eine experimentelle Druckwerkstatt stattfinden. Hinzu kommen künstlerische Aktionen, die sich bewusst auf einzelne Gebäude und ihre Räume beziehen.


Mehr als 40 Bühnenprogramme

Wenn am späten Nachmittag die Ausstellungen langsam auslaufen, beginnt der zweite Teil von DKKD. Mehr als 40 Bühnenprogramme sind angekündigt. Die Bandbreite reicht von Klassik, Jazz, Rock und Pop über Hip-Hop und elektronische Musik bis zu Kabarett, Lesungen, Theater, Poetry Slam und Angeboten für Kinder.

Schon der Auftakttag am Samstag, 3. Oktober, zeigt diese Mischung. Am Nachmittag stehen unter anderem eine Fachwerk-Führung und Noise-Pop mit Isidor-Sr feat. Minze auf dem Programm. Am Abend folgen beispielsweise das Youth World Music Orchestra im Welfenschloss, Liedermacher Mario Becker auf der MS Weserstein, Songwriter Ludwig Wright in der evangelisch-reformierten Kirche sowie Lichtkunst am Künstlerhaus. Später wird auch getanzt: DJ Albi legt bei der DKKD-Disco im Geschwister-Scholl-Haus auf.

Auch an den folgenden Tagen setzt das Festival auf unterschiedliche Genres. Hubertus Meyer-Burckhardt ist am Montag, 5. Oktober, zu einer Lesung im Welfenschloss angekündigt. Am Dienstag gastiert das Deutsche Theater Göttingen mit „Der perfekte Moment“ im Geschwister-Scholl-Haus; am Bahnhof steht außerdem Kabarettistin Lara Ermer auf dem Programm.

Einen Schwerpunkt bildet die Wochenmitte: Die Hanke Brothers spielen am Mittwoch, 7. Oktober, im Welfenschloss. Die vier Brüder verbinden klassische Musik mit modernen Einflüssen und treten einen Tag später zusätzlich mit einem Familienkonzert im Geschwister-Scholl-Haus auf. Ebenfalls am Mittwoch gastiert die Ginzburg Dynastie mit Klezmer und jiddischem Swing im Bahnhof. Dort wird damit erstmals ein Ort bespielt, der bei früheren DKKD-Ausgaben noch nicht zu den großen Festivalspielstätten gehörte.

Am Donnerstag, 8. Oktober, kommen unter anderem Jazz und Folk mit dem Caro Trischler Trio sowie Poetry Slam mit Andy Strauß hinzu. Am Freitag spielt die international besetzte Marion & Sobo Band im Geschwister-Scholl-Haus ihren Mix aus vokalem Jazz und globaler Musik; ebenfalls angekündigt sind die Flaxtöne aus Volkmarshausen. Anschließend geht es bei der DKKD-Disco weiter.


Beatles-Sound, Jugenddisco und Abseilen vom Kirchturm

Auch das zweite Festivalwochenende ist dicht gefüllt. Am Samstag, 10. Oktober, kommt mit der Beatles Revival Band eine Formation ins Welfenschloss, die 2026 ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum feiert. Die Band gehört seit den 1970er-Jahren zu den frühen deutschen Beatles-Coverbands.

Für jüngere Festivalgäste wird das Geschwister-Scholl-Haus am selben Abend zur Jugenddisco für 12- bis 16-Jährige. Schon am Nachmittag treten dort unter anderem die Stimmwerk Teens auf. Ein ungewöhnliches Erlebnis gibt es zudem an der St.-Aegidien-Kirche: Bei der Benefizaktion „Seil dich ab“ können sich Teilnehmer ab zwölf Jahren unter professioneller Begleitung vom Kirchturm abseilen. Die Einnahmen sollen vollständig in die Sanierung des Glockenturms fließen.

Beendet wird das Festival schließlich am Sonntag, 11. Oktober. Um 17 Uhr ist im Welfenschloss die Abschlussveranstaltung vorgesehen. Neben einem Rückblick auf DKKD 2026 und Musik steht dabei auch eine Preisverleihung auf dem Programm.


Erstmals Zusammenarbeit mit Hann. Münden Marketing

Hinter der diesjährigen Ausgabe steht auch organisatorisch ein neues Modell. Nachdem das Festival über Jahre stark ehrenamtlich organisiert worden war und stetig gewachsen ist, arbeitet der Verein DenkmalKunst erstmals eng mit der Hann. Münden Marketing GmbH zusammen. Die HMM übernimmt vor allem administrative, vertragliche und technische Aufgaben, während die künstlerische Ausrichtung weiterhin beim Verein liegt. 

Der Schritt soll vor allem das Ehrenamt entlasten. Denn trotz der professionellen Unterstützung bleibt DKKD ein Festival, das in erheblichem Umfang vom Engagement aus Hann. Münden selbst getragen wird. Helfer kümmern sich um Ausstellungsorte und Künstlerbetreuung, Aufsicht, Organisation, Bühnen, Technik und zahlreiche weitere Aufgaben.


Tickets: Von der Kunstrunde bis zum gesamten Festival

Besucher können je nach Interesse unterschiedliche Tickets erwerben. Das Tagesticket ausschließlich für die Kunstausstellungen kostet 7 Euro. Wer am gleichen Tag zusätzlich eine Abendveranstaltung besuchen möchte, kann für 13 Euro upgraden. Das Tagesticket für Kunst und Veranstaltungen kostet 20 Euro. Eine Dauerkarte für das gesamte Festival kostet bis einschließlich 2. Oktober 50 Euro, während des Festivals 60 Euro. Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren haben freien Eintritt.

Eine Besonderheit betrifft die Abendveranstaltungen: Platzreservierungen gibt es – abgesehen von Sponsorenkontingenten – nicht. Auch mit gültigem Ticket besteht deshalb bei vollständig belegten Räumen kein garantierter Einlass zu einer bestimmten Veranstaltung. Der Veranstalter empfiehlt, für besonders gefragte Programmpunkte frühzeitig vor Ort zu sein. Je nach Kapazität sollen Wartende sogenannte Token erhalten, damit rechtzeitig erkennbar wird, ob noch Plätze verfügbar sind. Die zentralen Abendkassen befinden sich am Infopoint auf dem Kirchplatz sowie im Geschwister-Scholl-Haus und sind täglich bis 19.30 Uhr geöffnet.


Alle Programmpunkte, Künstler, Spielorte und aktuelle Änderungen veröffentlicht der Veranstalter auf der offiziellen DKKD-Seite: https://denkmalkunst-kunstdenkmal.de/hann-muenden/