Am Samstag, 18. April, verwandelt sich die Weserberglandhalle ab 13 Uhr in ein Tanzparkett. Zum sechsten Mal lädt der TuSpo Weser Gimte 1919 e. V. zur Veranstaltung „Bühne frei!“ ein. Die Gäste erwartet ein Event, das mit rund 250 Aktiven und 45 Programmpunkten ein echtes regionales Highlight darstellt. Das bunte Programm vereint etwa 100 vereinseigene Tänzer sowie zahlreiche Gastgruppen befreundeter Vereine zu einem vielfältigen Spektakel.
Hinter den Kulissen dieses logistischen Kraftakts zieht Viktoria „Vicky“ Lotze die Fäden. Sie ist das organisatorische Herz der Sparte Show- und Gardetanz beim TuSpo Weser Gimte. Die 48-jährige Gimterin ist bereits seit ihrem 13. Lebensjahr eng mit dieser Sportart verbunden – eine Leidenschaft, die durch den Gimter Karneval entfacht wurde. Heute fungiert sie nicht nur als Spartenleiterin und Trainerin, sondern auch als Mentorin für Nachwuchstrainerinnen und als strategischer Kopf im Hintergrund. Gemeinsam mit ihrer sportbegeisterten Familie hat sie den Gardetanz in Gimte maßgeblich geprägt und unter anderem 2012 das Angebot für Jugendliche ins Leben gerufen. Ob bei der Organisation von Hallenzeiten oder der Betreuung verschiedener Tanzgruppen: Vicky Lotze sorgt dafür, dass die „Tanzfamilie“ des TuSpo Weser Gimte stetig wächst und zusammenhält.
Wir trafen Sie zum Interview.
Wie viele Gruppen betreuen Sie aktuell?
Als hauptverantwortliche Trainerin sind es momentan drei Gruppen (Glühwürmchen, Hechtgarde und Tanzmariechen). Als zusätzliche Betreuungskraft bin ich noch in zwei weiteren Gruppen tätig (Sternschnuppen und DraVils).
Wie sieht für Sie eine typische Trainingswoche in der Vorbereitungszeit auf Auftritte aus?
In einer typischen Woche verbringe ich 4-5 Tage in der Woche mit durchschnittlich 1,5-2 Stunden Trainingszeit in der Sporthalle. Kurz vor den Auftritten werden im Training keine großartigen Neuerungen oder neue Ideen mehr integriert. Aber ich schaue mir meistens die Videos der vorherigen Trainingseinheiten an, analysiere meine Mädels und schaue, was sie ggf. noch verbessern können, damit das Bild und die Schritte stimmiger und synchroner werden. Zusätzlich fallen dann noch organisatorische Dinge an. Dazu zählen beispielsweise die Bestellung von neuen Tanzschläppchen und Tanzschuhen. Aber auch die Kostüme müssen vorbereitet und gepackt werden. Zu großen Auftritten bekommen unsere Tänzerinnen und Tänzer Tütchen/Kisten mit Namen und ihren Sachen gepackt. Auch das nimmt Zeit in Anspruch.
Zum sechsten Mal heißt es „Bühne frei!“ für die Gardegruppen. Was macht diese Veranstaltung für den Verein so besonders?
Ich würde behaupten unsere „Bühne frei!-Veranstaltung“ ist hier in der Umgebung einmalig. Diese Veranstaltung ist für uns! Hier können wir zeigen „wer wir sind“ und das ganz ohne Druck und Wettkampfcharakter. Hier wird nicht bewertet, wie wir tanzen, sondern hier wird wertgeschätzt. Diese einzigartige Veranstaltung wurde ins Leben gerufen, um die erlernten Choreografien, Märsche und Showtänze unserer Gardegruppen nicht nur einmalig beim Karneval zu präsentieren, sondern auch einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Ganz besonders ist für uns, dass von Klein bis Groß ALLE dabei sein können. Hier gibt es nicht jede Gruppe für sich, sondern nur eine große Gemeinschaft und ein WIR.
Rund 250 Tänzerinnen und Tänzer und etwa 45 Programmpunkt – wie aufwändig ist die Organisation eines solchen Events?
Der Aufwand ist groß, aber wir können auf einige Jahre Erfahrung und demnach auf eine gute organisatorische Grundlage zurückgreifen. Ohne Unterstützung von meinem Trainerteam wäre das kaum möglich. Wir sind gut vernetzt und haben jede Menge Unterstützung aus den eigenen Reihen. Aber solch ein Event kann nicht auf den letzten Drücker geplant und organisiert werden. Wir sind bereits seit knapp einem Jahr in der Organisation und diese Zeit braucht man auch, damit man nicht kurz vorher in Stress gerät und irgendetwas vergisst. Bei der Programmplanung müssen auch einige Faktoren berücksichtigt werden. Beispielsweise haben wir Tänzerinnen dabei, die in mehreren Gruppen tanzen und sich zwischen ihren Auftritten umziehen müssen. Hierfür muss genügend Zeit eingeplant werden.
Auch Gastgruppen aus benachbarten Vereinen sind dabei. Wie wichtig ist dieser Austausch für den Gardetanz?
Für uns bedeutet dieser Austausch sehr viel. Es werden von Jahr zu Jahr mehr Vereine, mit denen wir in Kontakt stehen und aus denen auch eine Freundschaft entsteht. Wir fahren bereits seit mehreren Jahren in der Karnevalssession zu mindestens einem Auftritt nach Holzhausen und waren in diesem Jahr auch in Escherode. Wir durften mit unseren Garden so tolle Auftritte anderswo erleben und tolle Veranstaltungen besuchen, zu denen uns ohne diese Freundschaft, ohne unsere „Bühne frei!-Veranstaltung“ vermutlich der Zutritt verwehrt geblieben wäre.
Wie lange bereiten sich die Gruppen normalerweise auf einen Auftritt bei Bühne frei! vor?
Grob gesagt etwa ein Jahr. Die gemeinsamen Auftritte sind meistens nicht so komplex wie die Tänze der einzelnen Gruppen, aber auch da beginnen wir meistens so etwa drei Monate vor dem Auftritt mit dem Üben.
Gibt es in diesem Jahr besondere Highlights oder neue Programmpunkte, auf die sich das Publikum freuen kann?
Wir haben in diesem Jahr eine ganz besondere Eröffnung für unser Publikum vorbereitet. Mehr wird aber nicht verraten! Seid gespannt!
Wie motivieren Sie besonders junge Tänzerinnen und Tänzer, wenn Lampenfieber vor einem großen Auftritt aufkommt?
Ich nehme die Tänzerinnen fest in meine Arme und dann genießen wir erstmal unsere Nähe, ich versuche meine Ruhe und Gelassenheit an die Tänzerinnen weiterzugeben und das funktioniert in den meisten Fällen sehr gut. Für alle Tänzerinnen sehr beruhigend ist, dass ich bei den Auftritten immer vor der Bühne sichtbar für alle stehe oder sitze und sie mich immer sehen können. Das gibt ihnen Sicherheit.
Was wünschen Sie sich, dass die Zuschauer nach diesem Nachmittag aus der Weserberglandhalle mit nach Hause nehmen?
… dass die Zuschauer sehen, was wir für eine große Tanzfamilie wir sind…