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Mehr als nur ein Tascheninstrument

August 2025 beim Sommerfest in Neu-Eichenberg: Von links nach rechts: Jürgen Gundlach, Fritz Dreyer, Hartmut Killig, Herbert Preissler, Kurt Köhler und Horst Stakelies. Vorne von links Lukas Schmidt und Hayo Dünnwald. Foto: privat
August 2025 beim Sommerfest in Neu-Eichenberg: Von links nach rechts: Jürgen Gundlach, Fritz Dreyer, Hartmut Killig, Herbert Preissler, Kurt Köhler und Horst Stakelies. Vorne von links Lukas Schmidt und Hayo Dünnwald. Foto: privat

Seit Jahrzehnten bringen die Mundharmonikafreunde Oberode-Ziegenhagen mit ihrer Musik Menschen zusammen. Ein Blick auf gelebte Tradition und musikalische Gemeinschaft.

Oft unterschätzt, begleitet sie seit Generationen Menschen durch Feste, Familienfeiern, Gottesdienste und Konzertabende: Die Mundharmonika. Für Kurt Köhler und seine MitmusikerInnen ist sie Ausdruck von Gemeinschaft, musikalischer Leidenschaft und gelebter Tradition. Seit über vier Jahrzehnten stehen sie gemeinsam auf der Bühne und bringen mit ihren Melodien Freude, Erinnerungen und Nähe zu den Menschen. Im Interview erzählt Kurt Köhler, warum die Mundharmonika bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat.

Die Mundharmonika gilt oft als kleines Instrument mit großer Wirkung. Was denkt ihr darüber?

Die Mundharmonika passt in jede Hosentasche und jeder bringt damit einen Ton zustande. Meistens wird die Mundharmonika als Kinder- oder Lagerfeuerinstrument abgetan. Doch immer wieder kommt sie in Erinnerung, wie z. B. 2008 durch Michael Hirte, der als Straßenmusiker mit seinem Mundharmonikaspiel sogar einen Talentwettbewerb im Fernsehen gewann.

Was fasziniert euch seit Jahrzehnten an diesem Klang und warum habt ihr euch genau dafür entschieden?

Es begann ja alles in meiner Familie. Schon in den 1960er-Jahren spielten mein Vater Heini Köhler, mein Patenonkel Helmut Heumann und mein Cousin Manfred Schmidt ab und zu auf Gästeabenden in Ziegenhagen. Bei uns in der Familie wurde immer gesungen und musiziert. 1982 machten wir eine Himmelfahrtswanderung um und durch Ziegenhagen. Die Mundharmonika gehörte dazu. Sie ist relativ leicht zu lernen. Wir spielen alle ohne Noten nach Gehör.

Seit eurer Gründung 1982 begleitet ihr Menschen bei ganz unterschiedlichen Anlässen. Welche Auftritte sind euch bis heute besonders im Gedächtnis geblieben?

Besonders in Erinnerung geblieben sind Auftritte beim 25-jährigen Jubiläum des Märchenzoos Ziegenhagen (1986) mit einer Live-Sendung auf HR4, bei den Nordhessischen Werbewochen im Kölner Deutzer Bahnhof für den Werra-Meißner-Kreis mit der Kirschkönigin, auf der Bundesgartenschau 1989 in Frankfurt am Main, 2012 in Göttingen nach dem Auftritt von Michael Hirte gemeinsam mit ihm im Foyer der Stadthalle sowie erneut 2015 im Kaufpark Göttingen, außerdem Gastauftritte 2012 beim Radio HNA in Kassel, 2017 in der „Plattenkiste“ bei NDR 1 Radio Niedersachsen, beim Heimatfest der HNA 2012 auf dem Marktplatz in Hann. Münden und 2022/2023 bei den Soirée-Musicale-Veranstaltungen in der Kirche Gertenbach – auch als wichtiger Schritt, nach Corona wieder Anschluss zu finden und sich öffentlich zu präsentieren.

Was ist für euch der größere Reiz: das große Publikum oder die unmittelbare Nähe zu den Menschen?

Für uns ist die Nähe zu den Menschen sehr wichtig. Daher treten wir auch gerne in Seniorenheimen auf, z.B. regelmäßig beim DRK-Heim in Kaufungen, im Haus "VITANAS" in Hann. Münden, diversen Seniorenheimen in Göttingen usw. auf. Die Heimbewohner freuen sich über jede Abwechslung und singen bei bekannten Liedern auch immer wieder mit.

Wie viele aktive Musikerinnen und Musikern seid Ihr und was hält euch zusammen – musikalisch und menschlich?

Momentan sind wir acht Musiker (aus Oberode, Hedemünden, Elliehausen, Großalmerode, Gertenbach und Neu-Eichenberg). Uns hält die Liebe zum gemeinsamen musizieren und die tolle Kameradschaft zusammen.

Mundharmonikamusik ist generationsübergreifend verständlich. Was wünscht ihr euch für die Zukunft eures Vereins?

Wir hoffen, das wir noch lange gemeinsam musizieren können und den Zuhörern noch viel Spass bereiten.

Wie können Interessierte mit euch in Kontakt treten, wann und wo probt ihr und wie offen seid ihr für neue Mitspielerinnen und Mitspieler, auch ohne große Vorerfahrung?

Interessierte können Kontakt aufnehmen mit Kurt Köhler, An der Schmiede 4, Hann. Münden-Oberode, Telefon 05545/387 oder per E-Mail unter koehlerkurtkogge@aol.com. Wir üben alle zwei Wochen Donnerstags ab 17.30 Uhr. Neue Mitspieler sind jederzeit willkommen. Lukas Schmidt aus Hedemünden kam z.B. in 2007 nach unserem 25-jährigen Jubiläum als 10-jähriger zu uns und ist immer noch begeistert dabei (obwohl er privat ganz andere Musik bevorzugt - Hartrock usw.!)