Als Birgit und Jörgen Hendel am 14. Februar 2024 zum ersten Tanz-Tee ins Haus der Nationen kamen, ahnte niemand, dass dort eine Liebesgeschichte beginnen würde. Beide waren nach schweren persönlichen Verlusten zunächst einfach auf der Suche nach Gemeinschaft, Begegnung und ein wenig Lebensfreude. Zwischen Musik, Gesprächen und gemeinsamen Tänzen entstand schnell eine besondere Verbindung. Aus ersten Begegnungen wurden feste Treffen, aus gemeinsamen Nachmittagen gemeinsame Zeit im Alltag und schließlich Liebe. Für Birgit Hendel steht dabei heute vor allem ein Gedanke im Mittelpunkt: Liebe kennt kein Alter.

Birgit und Jörgen Hendel, Bildrechte Haus der Nationen.
Bald nahmen sie auch gemeinsam am Line Dance teil, das sich aus dem ursprünglichen Tanz- Tee entwickelt hat. Während das Angebot anfangs einmal monatlich stattfand, ist daraus mittlerweile ein wöchentliches Treffen geworden, das viele Menschen zusammenbringt. Das zeigt auf besondere Weise, welche Bedeutung Begegnungsorte und gemeinschaftliche Angebote haben können, gerade für Menschen, die sich nach Nähe, Austausch und Gemeinschaft sehnen.
Heute sind Birgit und Jörgen verheiratet und weiterhin regelmäßig auf der Tanzfläche im Haus der Nationen anzutreffen. Beim jüngsten Tanz-Tee sprach das Team des Hauses der Nationen mit den beiden und war sichtlich gerührt von der Herzlichkeit und Nähe, die die beiden ausstrahlen. Auch Kinder und Enkel freuen sich über das gemeinsame Glück und darüber, dass sich die beiden gefunden haben. Natürlich ließ es sich das Team des Hauses der Nationen nicht nehmen, dem Ehepaar persönlich zu gratulieren und ein kleines Präsent zu überreichen.
Das Haus der Nationen bietet regelmäßig, vielfältige Angebote für Menschen aller Altersgruppen an. Diese Angebote stehen dabei vor allem für Gemeinschaft, Lebensfreude und Miteinander. Und manchmal entsteht daraus sogar die Liebe fürs Leben.
Das Haus der Nationen
Das „Haus der Nationen“ ist ein Ort, an dem sich Menschen verschiedener sozialer und nationaler Herkunft begegnen und neue Möglichkeiten erhalten, ihr Leben zu gestalten. Die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB) Südniedersachsen gGmbH betreibt im Auftrag des Landkreises das „Haus der Nationen“. Das Haus ist ein multifunktionales Haus mit mehreren, sich ergänzenden Bereichen. Im Haus befindet sich ein Wohnbereich für Geflüchtete, das Neumündener Begegnungszentrum, das zurzeit ebenfalls für die Schulverpflegung genutzt wird, der GAB-Qualifizierungsstandort und der Nachbarschaftstreff Plauderstube. Wesentlich für alle Bereiche ist, dass sich hier Menschen begegnen und sich gegenseitig helfen.
Im Neumündener Begegnungszentrum gibt es Beratungs-, Informations- und Kulturveranstaltungen für die Nachbarschaft. In den Räumen des Begegnungszentrums können und sollen eigene Ideen der Neumündener*innen umgesetzt werden. Die GAB ist eine gemeinnützige Gesellschaft des Landkreises Göttingen, die sich im Rahmen von sozialen Projekten und Qualifizierungsmaßnahmen für die berufliche Eingliederung von Arbeitslosen, geflüchteten Schutzsuchenden und sozial benachteiligten Menschen engagiert.