Kassel-Waldau.Nach einem mutmaßlichen Tötungsdelikt im familiären Umfeld hat die Polizei in Kassel-Waldau einen 18-jährigen Tatverdächtigen festgenommen. Dem jungen Mann wird vorgeworfen, seinen 21 Jahre alten Bruder getötet zu haben. Zudem soll er in der Nacht zuvor in einer Kleingartenanlage zwei weitere Männer verletzt haben.
Festnahme nach nächtlichen Schüssen
Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, erfolgte die Festnahme am Dienstagmorgen gegen 8:30 Uhr in einer Kleingartenanlage im Kasseler Stadtteil Waldau. Der Zugriff war das Ergebnis umfangreicher Fahndungsmaßnahmen, an denen auch Spezialkräfte sowie ein Polizeihubschrauber beteiligt waren.
Zuvor soll sich der Tatverdächtige in der Nacht gegen 3 Uhr in einer Gartenlaube aufgehalten haben, wo er auf einen 19-jährigen Mann aus Kassel geschossen haben soll. Dem Verletzten gelang es trotz der Attacke zu fliehen. Er wurde zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht, konnte dieses jedoch inzwischen wieder verlassen.
Im Zuge der Festnahme entdeckten Einsatzkräfte in einer weiteren Gartenlaube einen zweiten verletzten Mann. Nach bisherigen Ermittlungen gehen die Behörden davon aus, dass auch dieser durch den 18-Jährigen verletzt wurde. Ob es sich dabei ebenfalls um Schussverletzungen handelt, ist derzeit noch Gegenstand der Untersuchungen. Lebensgefahr besteht nach aktuellen Erkenntnissen nicht.
Die betroffene Kleingartenanlage wurde nach dem Einsatz weiträumig abgesperrt, um eine umfassende Spurensicherung zu ermöglichen. Ermittler arbeiten weiterhin daran, den genauen Ablauf der nächtlichen Ereignisse zu rekonstruieren.
Bruder als mutmaßliches Opfer eines Tötungsdelikts
Der Festgenommene steht im dringenden Verdacht, bereits zuvor seinen 21 Jahre alten Bruder in einer Wohnung in Kassel-Waldau getötet zu haben. Der Leichnam des Mannes war in der Nacht zum Sonntag in einem Mehrfamilienhaus entdeckt worden. Angehörige hatten zuvor die Polizei eingeschaltet, nachdem sie ihren Verwandten nicht erreichen konnten.
Bereits die Auffindesituation deutete laut Ermittlern auf ein Gewaltverbrechen hin. Eine inzwischen durchgeführte Obduktion bestätigte, dass der 21-Jährige infolge massiver stumpfer Gewalteinwirkung starb. Das verwendete Tatwerkzeug ist bislang unbekannt.
Erste Ermittlungen der Kasseler Kriminalpolizei führten früh zu einem Tatverdacht gegen den jüngeren Bruder des Opfers. Daraufhin wurde am Sonntag eine Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet, die schließlich zur Festnahme des 18-Jährigen führte.
Ermittlungen dauern an
Die Hintergründe der Tat, ein mögliches Motiv sowie die Verbindung zu den weiteren Gewalttaten in der Kleingartenanlage sind derzeit noch unklar und Gegenstand intensiver Ermittlungen. Der Tatverdächtige soll einem Haftrichter vorgeführt werden.
Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen, die den Tatverdächtigen zwischen Sonntag und Dienstagmorgen gesehen haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0561/9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen zu melden.