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Großleitstelle Südniedersachsen geplant

Pläne für gemeinsame Leitstelle in Südniedersachsen vorgestellt: Marlies Dornieden, Kreisrätin des Landkreises Göttingen, Christian Schmetz, Erster Stadtrat der Stadt Göttingen und Astrid Klinkert-Kittel, Landrätin des Landkreises Northeim (v.l.). Foto: Stadt Göttingen
Pläne für gemeinsame Leitstelle in Südniedersachsen vorgestellt: Marlies Dornieden, Kreisrätin des Landkreises Göttingen, Christian Schmetz, Erster Stadtrat der Stadt Göttingen und Astrid Klinkert-Kittel, Landrätin des Landkreises Northeim (v.l.). Foto: Stadt Göttingen

Stadt und Landkreis Göttingen sowie der Landkreis Northeim wollen ihre Notruf und Einsatzlenkung künftig an einem Standort bündeln. Vorgesehen ist, die Kommunale Regionalleitstelle Göttingen und die Einsatzleitstelle Northeim zu einer „Großleitstelle Südniedersachsen“ zusammenzuführen.   

Die Pläne wurden jetzt im Northeimer Kreishaus Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Feuerwehr und Rettungsdienst vorgestellt. Die drei Partner kündigten an, in den beiden Kreistagen sowie im Göttinger Stadtrat zunächst einen Grundsatzbeschlussherbeizuführen. Im Anschluss sollen Standort, Kosten und Personalbedarf konkretisiert werden.

Hintergrund ist eine seit 2023 laufende Prüfung, wie die Leitstellenarbeit in der Region nachhaltiger organisiert und enger verzahnt werden kann. Eine externe Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass größere gemeinsame Strukturen vor allem bei Personalverfügbarkeit, technischer Ausstattung und Leistungsfähigkeit Vorteile bringen. Durch die Bündelung an einem Standort lassen sich Doppelarbeiten vermeiden, Aufgaben effizienter verteilen und parallele Notrufe zu demselben Ereignis besser bewerten. Zudem vereinfacht eine zentrale Leitstelle die direkte Abstimmung mit Polizei, Kliniken und weiteren Partnern.

Auch die Resilienz soll steigen: Kurzfristige Personalausfälle können besser kompensiert, Spitzenlagen zuverlässiger abgedeckt und die Region insgesamt widerstandsfähiger aufgestellt werden. „Die Arbeit in den Leitstellen steht vor wachsenden organisatorischen und personellen Herausforderungen“, betonte Northeims Landrätin Astrid Klinkert Kittel; die geplante Weiterentwicklung richte die Strukturen zukunftsfest aus. Göttingens Kreisrätin Marlies Dornieden hob die enge Zusammenarbeit im Leitstellenbereich als wichtigen Baustein einer leistungsfähigen Gefahrenabwehr hervor.

Rechtsform und Fahrplan

Langfristig soll die Großleitstelle als Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) organisiert werden – eine Form, die eigenständige Steuerung und klare Zuständigkeiten ermöglicht. Bis dahin ist eine Übergangslösung per Zweckvereinbarung geplant, um schrittweise Prozesse, Technik und Organisation zusammenzuführen. Für die notwendigen Anpassungen kalkulieren die Partner nach Abschluss der Vereinbarung mit rund 18 Monaten.

Warum jetzt?

Die Leitstellen in Deutschland stehen seit Jahren unter Druck: steigende Einsatz und Notrufzahlen, komplexere Lagen, Fachkräftebedarf und der fortschreitende technische Wandel – vom Digitalfunk bis zur vernetzten Leitstellen IT. Eine gemeinsame Plattform verspricht Synergien in Technik, Wartung und Schulung sowie einheitliche Standards in der Disposition. Südniedersachsen knüpft damit an frühere Kooperationen an, als Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in Göttingen bereits unter einem Dach gedacht wurden – damals noch als kooperative Leitstelle.

Was offen ist

Mit dem Grundsatzbeschluss allein ist es nicht getan: Die Standortfrage – also wo die neue Leitstelle physisch verankert wird – ist ebenso zu klären wie Investitionssummen für Räumlichkeiten, Leitstellen Technik und IT Sicherheit. Ebenso wichtig ist ein Personal und Qualifizierungskonzept, damit vorhandene Teams auf einen gemeinsamen technischen und organisatorischen Stand kommen. Perspektivisch prüfen die Partner zudem, ob weitere Kommunen an der Struktur teilhaben und zusätzliche Aufgaben – etwa im Rettungsdienst – integriert werden können.

Stimmen Kreistage und Stadtrat zu, beginnt die Detailplanung: Von der Architektur über die redundante Strom und Netzversorgung bis zu Ausfall Szenarien und der Einbindung bestehender Alarm und Einsatzpläne. Für Bürgerinnen und Bürger soll sich die Erreichbarkeit der 112 dadurch nicht ändern – sehr wohl aber die Leistungsfähigkeit hinter der Notrufnummer. Die Partner verfolgen das Ziel, Einsatzfähigkeit dauerhaft zu sichern, Strukturen zu stabilisieren und verlässliche Perspektiven für die Mitarbeitenden zu schaffen.